ägypten 2010

Von , 19. Oktober 2010 20:35

Kurzfristig und irgend­wie ganz spon­tan wollte ich im Herbst 2010 nach ägyp­ten rei­sen. Was habe ich nicht alles von kind­heit  bis ins gereifte erwach­se­nen­al­ter an büchern und doku­men­ta­tio­nen über die­ses mys­ti­sche land ver­schlun­gen. Also spa­zier­ten ich und meine kon­ge­niale rei­se­be­glei­te­rin in das nächste rei­se­büro und buch­ten wenige tage vor dem abflug einen urlaub dort­hin. Zuerst sollte es nach kairo gehen und anschlie­ßend woll­ten wir eine woche mit­tels kreuz­fahrt auf dem sagen­um­wo­be­nen nil verbringen.

In der frühe um drei uhr mor­gens kamen wir in der ägyp­ti­schen metro­pole kairo an. Bevor wir es end­lich in des bett schaff­ten, hat­ten wir noch eine län­gere bus­fahrt quer durch die ägyp­ti­sche haupt­stadt zu über­ste­hen. Immerhin erreich­ten wir dann doch noch zu son­nen­auf­gang unser premium-mövenpick-hotel, um inner­halb von drei stun­den ordent­lich aus­zu­schla­fen. Unsere laune am früh­stücks­tisch ließ des­halb am fol­gen­den mor­gen etwas zu wün­schen übrig. Ich wurde immer­hin gegen vor­mit­tag in bei­ßen­der sonne mit den gro­ßen pyra­mi­den von gizeh ver­trös­tet.  Und wie! Was für ein augen­öff­ner! Alleine der anblick die­ser alten stei­ner­nen gigan­ten war die gesamte reise wert. Auch wagte ich es mit einer gruppe über­ge­wich­ti­ger ame­ri­ka­ner in eine der gro­ßen pyra­mi­den. Leider hat­ten die alten erbauer nicht an uns wohl­stand­bür­ger gedacht, so dass einige der damen zum ste­cken­blei­ben in den schma­len gän­gen neig­ten und es kam zu klei­ne­ren tumul­ten. Letztendlich erreich­ten wir aber alle wie­der wohl­be­hal­ten die ober­flä­che und es ging wei­ter in das ägyp­ti­sche museum von kairo, wel­ches sich haupt­säch­lich durch infer­nale hitze aus­zeich­nete. Mehr weiß ich dar­über nicht mehr zu berich­ten. Alles ist irgend­wie in mei­nem kopf weg­ge­dampft. Ich habe nur noch ver­schwom­men bil­der von sar­ko­pha­gen und ganz viel alten figu­ren und schmuck in mei­nem gedächtnis.

Mit einem inlands­flug zog es uns dann wei­ter nach luxor. Es erwar­tete uns unser kreuz­fahrt­schiff, wel­ches durch maschi­nen­scha­den nicht star­ten wollte. So räum­ten wir flei­ßi­gen wie­der alles zusam­men und wech­sel­ten das schiff, wel­ches bau­gleich war und kei­nen maschi­nen­scha­den auf­wies, dafür aber andere klei­nere sym­pa­ti­schere feh­ler hatte.

[nach­träg­li­cher Einschub mei­ner rei­se­ge­fähr­tin: “…und kannst ruhig zuge­ben dass wir mit beträcht­li­cher ver­spä­tung und einem freu­di­g­er­eig­nis­lo­sem tag als gefan­gene des luxoer hafens erst mit schiffs­wech­sel belohnt wur­den. sonst bringt das die hand­lungs­ab­läufe doch stark durcheinander.”]

Die fol­gen­den tage waren durch unglaub­lich frü­hes auf­ste­hen gekenn­zeich­net. Das tal der könige ver­pass­ten wir, weil wir leicht ange­trun­ken nicht in der lage waren, um 4:45 Uhr aus den federn zu hüp­fen. Wir wur­den von einem tem­pel zum nächs­ten geschlif­fen und uns wurde jeg­li­cher kon­takt zu land und leu­ten schein­bar unter­sagt, zumin­dest war für moderne kul­tur kein platz im straff orga­ni­sier­ten rei­se­ab­lauf ein­ge­plant. Ein paar mal haben wir uns dann doch in luxor und assuan von unse­ren auf­pas­sern weg gestoh­len und uns die städte angeschaut.

Unsere deut­schen rei­se­be­glei­ter aus allen alters– und bil­dungs­schich­ten zeich­ne­ten sich durch exzes­si­ves son­nen­ba­den bei 45 Grad im schat­ten aus. Schon früh am mor­gen war­fen sie ihre hand­tü­cher über die lie­ge­stühle an deck, um diese nach­hal­tig zu mar­kie­ren. Ein biss­chen malle-feeling kam dadurch schon auf. Wir hiel­ten uns der­weil in küh­le­ren berei­chen zur mit­tags­zeit auf, sofern keine tem­pel­be­sich­ti­gung (PFLICHTPROGRAMM!!!) an stand.

Zur erklä­rung der 45 Grad im schat­ten bei unse­ren aus­führ­li­chen tem­pel­be­sich­ti­gun­gen möchte ich noch bemer­ken, dass es in der wüste kei­nen schat­ten gibt. Man kann also von weni­ges­tens 60 Grad tat­säch­li­cher tem­pe­ra­tur aus­ge­hen. Zu anfang hat­ten wir noch mit dem ein­schüch­tern­den klima  zu kämp­fen, doch zuneh­mend gewöhn­ten wir uns daran. Wolken haben wir in den neun tagen jedoch nie­mals gese­hen. Jene tauch­ten erst auf dem rück­flug über dem mit­tel­meer wie­der auf. Am ende emp­fing uns auf dem münch­ner flug­ha­fen dann auch schmud­de­li­ges und ver­reg­ne­tes herbst­wet­ter. Wir waren wie­der zu hause.

3 Kommentare

  1. A. sagt:

    und wo sind jetzt die isla­mi­schen ter­ro­ris­ten? das soll doch dort voll von denen sein. oder erzaehlt uns da die “abend­la­en­di­sche” pro­pa­ganda wie­der nur maerchen?

    aber der nacht­spie­ler zeigt hier wie­der unbe­schreib­li­ches! ich haette ja nicht gedacht, dass es mal ein bild geben wird mit dem nacht­spie­ler zusam­men mit zu gross gera­te­ner toble­rone.
    meine ent­ritts­li­te­ra­tur in die region war uebe­ri­gens “goet­ter, gra­eber und gelehrte”, bin dann aber auch wie­der irgend­wann aus­ge­tre­ten.
    was steht eigent­lich auf der ers­ten saeule von links im luxor-bild?

    A.

  2. Stefan sagt:

    Terroristen haben wir nicht besich­tigt. Das war im gebuch­ten aus­flugs­pro­gramm nicht ent­hal­ten. Dafür hat­ten wir zu unse­rem schutze poli­zis­ten um uns herum gehabt, wel­che mit his­to­risch wert­vol­len hand­feu­er­waf­fen, die als requi­site in einem 2. welt­kriegs­film ver­wen­dung fin­den könn­ten, aus­ge­stat­tet waren.

    Meine ver­su­che, in die toble­rone genuss­voll hin­ein zubei­ßen, wur­den vom ört­li­chen sicher­heits­per­so­nal lie­be­voll aber bestim­mend abgelehnt.

    Ich fürchte ich ver­steh deine frage zum luxor­such­bild nicht. Die fotos 6,7 u 8 sind im karnak-tempel und 9 bzw. 10 sind im luxor tem­pel gemacht wor­den. Um irgend­was was zu beant­wor­ten und zwar jenes, das was am ende der reise hän­gen geblie­ben ist: Im zwei­fel steht was hel­den­haf­tes über Ramses II. auf den säu­len drauf. Ramses II. war irgend­wie über­all und hat sich in jede säule und tem­pel hin­ein­krat­zen las­sen. Zufälligerweise steht der andere obe­lisk von luxor auf dem Place de la Concorde in Paris (vor 170 Jahren gegen eine kaputte uhr getauscht). Wir kön­nen ja ne bil­dungs­reise nach paris mit über­set­zungs­bü­chern machen.

  3. A. sagt:

    das waere toll, in paris war ich noch nicht! die haben auch noch den stein der rosette. karnak, luxor, leip­zig, bochum — wo ist denn da der unterschied…

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