paris 2011

Von , 18. Januar 2011 23:43

Eine geheime und bri­sante mis­sion führte uns in die welt­haupt­stadt des baguettes, der guil­lo­tine und natür­lich der liebe.
Über mün­chen flo­gen wir aus­nahms­weise mit dem kra­nich­vo­gel nach paris. Bin ich doch eigent­lich ein roman­ti­scher ver­fech­ter der eisen­bahn, ließ ich mich die­ses eine mal durch schein­bar ver­nünf­tige argu­mente zum flie­gen ver­füh­ren. Das sich die­ser kurze moment der schwä­che von mir noch rächen sollte, wird am ende des bei­trags noch aus­gie­big emo­tio­nal thematisiert.

Und da waren wir also. Wir blick­ten auf eine stadt, die fast unan­stän­dig sau­ber erschien.

Die aus­nahms­los modisch beklei­de­ten haupt­städ­ter wusel­ten trotz dau­er­stau und sar­di­nen­me­tro unheim­lich ent­spannt durch die sta­ßen die­ser stadt. Über­all erblickte man unzäh­lige kleine läden und kli­schee­hafte cafés. Die stei­ner­nen und eiser­nen monu­mente schei­nen für die ewig­keit gebaut und zeu­gen von der eins­ti­gen größe die­ser metro­ploe. Doch allein an grü­nen flä­chen und blon­den frauen scheint es hier zu man­geln. Letzteres ist zu verzeihen.

Kaum nimmt man in einem die­ser wun­der­schö­nen klei­nen cafés platz, wird man sogleich mit den eige­nen schwä­chen kon­fron­tiert. Die kell­ner spre­chen hier ein solch per­fek­tes und exzel­len­tes fran­zö­sisch, dass es eine wonne ist. Nur lei­der kom­mu­ni­zie­ren sie in kei­ner ande­ren spra­che. Dies führte bis­wei­len zu absurd über­ra­schen­den bestel­lun­gen und lie­fe­run­gen. Auch sollte man sich von der bezau­bern­den vor­stel­lung von exqui­si­tem kaf­fee, gefüllt in rie­si­gen kaf­fee­scha­len tren­nen. In der rea­li­tät bekommt man eine nüch­terne weiße mitropa-tasse mit ziem­lich gewöhn­li­chem inhalt vor­ge­setzt. Und wer jetzt noch schnell auf ein bier umschwenkt, sollte vor­her bes­ser einen kur­zen blick auf die karte wer­fen. Preislich lag mein täg­lich bier zwi­schen 5,20€ und 8,50€  in aller­lei ver­schie­de­nen etablissements.

Und wenn man mich fragt, wo es am fas­zi­nie­rends­ten war? Tief unter­halb der pul­sie­ren­den stadt lie­gen die cata­com­bes de paris mit ihren mil­lio­nen schä­deln und kno­chen. Auch wenn man den ein­gang an der ober­flä­che kaum fin­det, so lohnt sich die suche und der gang nach unten unbedingt.

Und dann habe ich noch den ver­schol­le­nen bru­der aus luxor ent­deckt. Da wo marie antoi­nette ihr jähes ende fand, steht ein­sam mein freund der obe­lisk. Mir wurde ganz warm ums herz aus stein.

Es gibt es noch viel zu erzäh­len. Eine metro­sta­tion heißt sta­lin­grad. Außnahmslos alle damen tra­gen im win­ter mode­be­wußt schals. Niemand (außer deut­sche tou­ris­ten wie wir) trägt in paris out­door– oder funk­ti­ons­klei­dung. Die toi­let­ten sind inter­es­sant, aber nicht schön. Auch am sonn­tag haben fast alle läden geöff­net. Der pari­ser an sich ist gegen­über ver­lo­re­nen tou­ris­ten unge­mein auf­ge­schlos­sen und hilfs­be­reit. Skurile bücher gibt es zu kaufen.

Und dann gibt es die vor­städte, an denen man als touri maxi­mal auf dem weg zum flug­ha­fen vor­bei­huscht. Hier sieht die welt ganz anders aus. Vom glanz der welt­stadt ist nichts mehr zu spüren.

Und dann noch ein paar impressionen.


Und am ende unse­rer reise stan­den wir hoff­nungs­froh am charles de gaulle flug­ha­fen und freu­ten uns auf die säch­si­sche welt– und hei­mat­me­tro­pole. Doch dar­aus wurde nichts. Unser flie­ger flog nicht und alle ande­ren flug­ge­räte auch nicht. Wir kamen nie wie­der nach hause. So blie­ben wir in paris und leb­ten glück­lich und zufrie­den bis an unser lebensende.

Fast.

Ich löse das jetzt mal auf. Nach irrun­gen und wir­run­gen, ohn­mach­ten und auf­bäu­men, hoff­nun­gen und tief­schlä­gen flo­gen wir über umwe­gen am fol­gen­den tag in die hei­mat. Schmuddeliges kal­tes wet­ter emp­fing uns. Wir hüpf­ten vor freude im regen.

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